Die kommende Nahrungsmittelkrise

Im Zuge der sich abschwächenden Sonnenaktivität – deren Höhepunkt zwischen 2030 und 2035 liegen dürfte – werden wir künftig viele Meldungen bezüglich Ernteverlusten und steigenden Nahrungsmittelpreisen sehen.

Vor allem drei Wachstumsfaktoren werden knapp: Licht, Wärme, Feuchtigkeit.

Licht: zunehmende Wolkenbedeckung sorgt für ein ‚trübes‘ Klima. Siehe dazu auch die Arbeiten von Henrik Svensmark. 

Wärme: eine allgemeine Klimaabkühlung und späte Fröste sind unsere Pflanzen nicht gewohnt. Dramatische Ernteeinbußen auf breiter Front sind die Folge.

Feuchtigkeit: ein warmes, feuchtes Klima (wie z.B. in den Tropen) ist das beste für einen hohen Grünmasseertrag. Lange Trockenperioden, die von sintflutartigen Niederschlägen unterbrochen werden, sind der Killer für den Freilandanbau.

Hagel und Sturm werden den Pflanzen dann den Rest geben.

Besonders auf der nördlichen Hemisphäre werden wir längere und kältere Winter sehen, sowie ein zunehmend trockeneres Klima. Auch plötzliche Wetterumschwünge, vermehrter Sturm und Kälteeinbrüche im Frühjahr und Frühsommer wurden aus historischen Minimumzeiten immer wieder berichtet. Alles in allem eine brisante Mischung, die in früheren Zeiten immer wieder zu Hungersnöten und Seuchen führte.

Wer aufmerksam die Meldungen auf Landwirtschafts-Portalen verfolgt, kann diesen Trend bereits erkennen:

 

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Zwei Buchtipps für graue Tage: »Tambora« und der »plötzliche Kollaps von allem«

Leider komme ich aus Zeitmangel wenig zu eigenen neuen Beiträgen.

Daher nur zwei kurze Lesetipps für die langen Winterabende.

 

Der plötzliche Kollaps von fast allem 

Wie extreme Ereignisse unsere Zukunft zerstören können

Dieses Buch von John Casti aus dem Jahre 2012 ist für all jene, die immer noch blauäugig und technikgläubig durch den Alltag marschieren. Casti zeigt, welche extremen Ereignisse – die jederzeit plötzlich und unerwartet eintreffen können – unser globales Überleben gefährden. Die fortschreitende Vernetzung aller Lebensbereiche wird daher zum größten Systemkollaps aller Zeiten führen. Themen u.a.:

X-Events, Schwarze Schwäne, Ausfall des Internets, Zusammenbruch der Lebensmittelversorgung, EM-Impuls und Zerstörung der elektronischen Geräte, nukleare Gefahren, Ende des Öls, Pandemien, Ausfall von Trinkwasserversorgung, Weltfinanzkrisen.

Meiner Meinung nach werden wir all diese Szenarien sehen – der Auslöser wird allerdings eine neue Kaltzeit bzw. eine Klimaverschlechterung sein, die alle diese angesprochenen Szenarien verursacht die sich dann lawinenartig auf globaler Ebene zu einem vollständigen Systemkollaps entwickeln wird.

Ein solcher externer Auslöser war z.B. im Jahr 1815 der Ausbruch des Vulkans Tambora im Dalton-Minimum:

 

Tambora und das Jahr ohne Sommer

Wie ein Vulkan die Welt in die Krise stürzte

Den Autor Wolfgang Behringer kennen wir schon von seinem sehr interessanten Buch »Kulturgeschichte des Klimas«.  In seinem Buch über den Ausbruch des Tambora zeigt er die Auswirkungen einer globalen klimatischen Abkühlung mit einem reichhaltigen Quellenstudium. Die Augenzeugenberichte und Chroniken lesen sich dramatisch und erschreckend aktuell. Der Ausbruch des Tambora stürzte die Welt in eine klimatische Krise, die jahrzehntelange soziale und politische Krisen hervorrief. Mißernten, extreme Regenfälle, Unwetterereignisse, lange kalte Winter, Dürreperioden, dadurch ausgelöste Hungersnöte, Verarmung der normalen Bevölkerung – all das sind nur einige Auswirkungen des Vulkanausbruchs.
Dieses Buch sollte jeder lesen, der sich für die Auswirkungen des kommenden solaren Minimums interessiert.

Ein Vulkanausbruch vergleichbar mit dem Tambora-Ereignis kann sich jederzeit wiederholen. Diesmal wird der sozio-ökonomische Kollaps jedoch mit ungleich schnellerer Geschwindigkeit vollendet werden. Anno 1815/1816 war man auf Gedeih und Verderb der klimatischen Verschlechterung ausgesetzt. Heute hätten wir weit mehr Energie und Wissen zur Verfügung als damals. Aber das Verhältnis der Auswirkungen dürfte sich nicht besonders unterscheiden. Immerhin leben wir heute in einer Zeit, in der 7,5 Milliarden Menschen von einem System globaler Energieversorgung, Lebensmittelerzeugung, moderner Medizin, Kommunikation, Handel und Reisen abhängig geworden sind.

Solche externen Krisenauslöser bergen die Gefahr, dass sie das System auf globaler Ebene beeinflussen – und nicht nur lokal wie z.B. bei einzelnen Missernten oder Staatsbankrotte. Lokale Ereignisse sind immer handhabbar – wenn jedoch jedes Land mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen hat, birgt ein solches Szenario die Gefahr eines Totalkollapses.

 

 


 

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Die Rückkehr der großen Dürren

Leser dieses Blogs dürften mittlerweile mitbekommen haben, dass mit der kommenden Klimaabkühlung erhebliche Verwerfungen auf dem globalen Nahrungsmittelmarkt stattfinden werden.

In den letzten hundert Jahren hatten wir alle das Glück, in einem feucht-warmen Klima unser Getreide anbauen zu können. Dank der Petrochemie konnten wir diese Erträge im Vergleich zu früher vervielfachen und vor Schädlingen schützen. Lokale Hungersnöte gab es nur aus politischen, wirtschaftlichen oder logistischen Gründen. Die globale Nahrungsmittelmenge war immer groß genug, dass alle hätten satt werden können. Diese Hungersnöte sind daher vergleichsweise mild verlaufen, im Vergleich zu dem, was uns noch bevorsteht. Wenn wir in den letzten Jahrzehnten mit Millionen von Hungertoten rechnen mussten, werden es eines Tages einige Milliarden sein, die nicht genug zu essen haben werden. Weil zu den logistischen und politischen Verteilungsproblemen noch ein Faktor hinzutreten wird, der bisher nicht auf der Liste stand: die globale Verknappung von Grundnahrungsmitteln aufgrund der klimatischen Abkühlung – verbunden mit langen Trockenzeiten. Es wird einfach nicht genug für alle geben. Wir werden die Rückkehr der globalen Dürren sehen und spüren.

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Der Kollaps wird plötzlich kommen

Viele Menschen neigen zu linearem Denken.  Die meisten gehen davon aus, in einem stabilen Umfeld zu leben. Man entwickelt seine gedankliche Zukunft aus den Geschehnissen der jüngsten Vergangenheit, und vermutet, dass alles so weitergehen wird wie bisher. Man kauft Aktien, kalkuliert als Azubi schon mit seinen Rentenbeiträgen und schließt Immobilienkredite auf 30 Jahre ab. All dieses Verhalten erwächst aus der Hoffnung auf Besserung der Lage, oder zumindest, dass es ähnlich weitergehen wird wie man es seit seiner Kindheit kennt.

Leider funktionieren komplexe Systeme nicht auf diese Weise. Komplexe Systeme sind wie ein Sandhaufen, auf den man Sand rieseln lässt: eine scheinbar lange Zeit bleibt der Haufen stabil, bis plötzlich ein Sandkorn die gesamte Flanke ins Rutschen bringt. Der Sandhaufen nimmt daraufhin wieder seinen natürlichen Schüttwinkel an:

 

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Einen Wiederaufbau wird es nicht mehr geben

Viele die sich mit dem Thema Krisenvorbereitung auseinandersetzen, tun das, um kurzfristige Störungen der eigenen Komfortzone überbrücken zu können: man rechnet mit ein paar Tagen Stromausfall, vielleicht einem Krieg oder einem Finanzcrash. Um diese harte Zeit von 10 Tagen bis 6 Monaten zu überstehen, werden Nahrungsmittel, Gold- und Silbermünzen und sonstige nützliche und weniger nützliche Ausrüstungsgegenstände eingelagert.

Das ist alles hat seine volle Berechtigung. Lieber eine kleine Krisenvorsorge als keine.

Aber ich vermute, dass die meisten, die sich so verhalten, in irgendeiner Weise mit einem Wiederaufbau der Gesellschaft nach dem Crash rechnen. Man unterliegt der Illusion, dass man nach ein paar Monaten wieder mit Autos umherfährt, Stromleitungen wieder gezogen werden und schon bald wieder E-Mails verschickt werden können. Das Militär und das THW werden alles wieder aufbauen, schon bald können wir wieder Neuwahlen abhalten… oder »nach dem Kollaps kommen die Russen, und retten uns Europäer vor Merkel«. Einen solchen Unfug lese ich mindestens dreimal am Tag in irgendwelchen Kommentaren.

Ich konnte dieser Sicht auf die Dinge noch nie etwas abgewinnen. Aber ich rechne eben nicht nur mit einer Woche Stromausfall oder einem Euro-Crash. Der Unterschied: Ich halte einen globalen Totalkollaps der bestehenden Infrastruktur in den kommenden Jahren für möglich. In meinen Augen ist es ein Trugschluss, bei einem Totalschaden dieses Systems jemals wieder einen Wiederaufbau zu erwarten:

 

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Mit Vollgas gegen die Wand

Immer wieder liest man oder hört man von selbsternannten Weltrettern, ‚dass man per Regierung durchsetzen müsse, dass die Industrie nur noch sinnvolle Sachen mit Erdöl produzieren dürfe‘ oder ‚die Menschheit sich endlich beschränken solle, damit nachfolgende Generationen auch noch genügend fossile Energieträger haben‘.

Das hieße, man sollte ausschließlich Sachen herstellen, die einen praktischen Nutzen für die Menschheit haben, und weniger dem Zeitvertreib dienen.

Diese Annahme mag auf den ersten Blick als sinnvoll erscheinen, und ich möchte diesen Menschen eine durchaus ehrenvolle Absicht unterstellen, insbesondere wenn wir auf ein Peak-Oil-Szenario zusteuern.

Dennoch ist diese Annahme, dass so etwas in unserem Wirtschaftssystem möglich wäre, falsch.

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Kooperation in Krisenzeiten

Wie man im aktuellen Fall des Erdbebens von Mexico-City sieht, entstehen nach einer Katastrophe nicht sofort Gewaltasubrüche, Plünderungen und Chaos. Die Bevölkerung hilft beim Räumen von Schuttbergen, versorgt die Helfer mit Essens- und Wasserspenden und man unterstützt die Behörden soweit man kann. Was natürlich auch damit zusammenhängen dürfte, dass man als Bürger selbst betroffen ist, und man so das Leid der anderen besser nachvollziehen kann.

All dies funktioniert aber nur solange, wenn es sich nur um lokale Ereignisse handelt, die den überwiegenden Teil des restlichen Versorgungssystems nicht beeinflussen. Solange genügend Energie fließt, Geld vorhanden ist, menschliche und technische Ressourcen für den Aufbau mobilisiert werden können, wird man helfen. Das ist der oft beschworene Zusammenhalt, und der »Beweis« für das Gute im Mensch.

Wir können dies auch bei den aktuellen Hurrikan-Schäden erkennen: solange Hoffnung besteht, dass es einen Wiederaufbau gibt, finanzielle Hilfen fließen und alles danach so weiter gehen wird wie bisher, wird man keine größeren gesellschaftlichen Probleme oder einen Rückfall in »Warlord«-Szenarien sehen. Man hilft sich gegenseitig, bis von außen Hilfe eintrifft und die Dinge nach einem Jahr wieder ihren gewohnten Gang gehen.

Kritisch wird es erst dann, wenn systemische Probleme großflächig zuschlagen:

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Naturkatastrophen sind Wertevernichter

Naturkatastrophen, Kriege und sonstige Schadensereignisse gelten gerne als Wachstumsmotor für die Wirtschaft. Schließlich muss zerstörtes Eigentum ersetzt werden: Häuser sind kaputt, die Waschmaschine abgesoffen und das Auto – von herabfallenden Ziegelsteinen demoliert – ist ein Totalschaden und muss neu gekauft werden. So die Argumentation von studierten Wirtschaftsprofessoren und ihren Jüngern.

Nach dem Hagelschlag – für frühere Generationen bedeuteten Naturkatastrophen Hunger und Verzweiflung.

Diese Sicht auf die Dinge mag gelten, in einem System, in dem der strukturelle Aufbau relativ zügig wieder erfolgen kann. Dies funktioniert aber nur in einem kreditbasierten Finanzsystem und mit einer großen Menge an Energieüberschuss aus fossilen Energieträgern (beides bedingt sich). Für einen Menschen um 1850 hätte die Zerstörung seines armseligen Besitztumes und seines Hauses den finanziellen Ruin oder gar den Hungertod bedeutet. Für ihn wäre es unvorstellbar gewesen, innerhalb von acht Wochen nach dem Unglück eine neue Unterkunft mit Heizung und Einbauküche beziehen zu können, und Essensmarken zu erhalten. Das ist einer der Vorteile dieses heutigen Systems. Aber gleichzeitig wird es auch seinen Niedergang beschleunigen. Es gibt eben nichts umsonst auf diesem Planeten – heutiger Komfort wird mit dem Hunger von morgen erkauft.1

Kurzfristig fachen Naturkatastrophen tatsächlich die Wirtschaft an. Aber auf lange Sicht gesehen sind solche Ereignisse keineswegs als positiv zu bewerten:

 

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Die Energieversorger sind nicht auf kaltes Wetter vorbereitet

Dass es bei einem sehr kalten Winter zu erheblichen Problemen bei der Stromversorgung kommen dürfte, hatten wir bereits öfters erwähnt.

Interessanterweise wurden die europäischen Energieversorger bereits zu Beginn des Jahres 2017 von einer solchen Kältewelle erwischt, welche das Stromnetz bis kurz vor den Kollaps brachte.

Hier ist ein Bericht über den diesjährigen Winter, den ich allerdings in meiner Erinnerung nicht als besonders streng bezeichnen würde:

https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-01-16/european-power-prices-jump-as-extreme-cold-grips-paris-to-berlin

 

Wird man eines Tages sagen, dass das große solare Minimum bereits im Jahre 2017 zu bemerken war? In den kommenden Jahren werden wir wahrscheinlich noch viel strengere Winter erleben. Also ich finde, dass es momentan so kalt ist, wie sonst im Oktober. Auf den Dörfern sind schon überall die Rauchfähnchen über den Kaminen zu sehen… (es scheint an vielen Orten so unüblich kalt zu sein, was ihr sicher auch mitbekommen habt, wenn ihr den Twitter-Nachrichten gefolgt seid.)

Das Problem bei der Sache ist, dass alle nur noch von einer Klimaerwärmung mit milden Wintern in Europa reden, und man 30 Jahre lang nur noch vergleichsweise milde Winter in Erinnerung hat. Diese ständige Falschinformation liefert ein klimatisches Zerrbild, und das könnte bald seine fatalen Auswirkungen zeigen. Einmal in der Hinsicht, dass der gestiegene Strombedarf nicht schnell genug bereitgestellt werden kann, andererseits immer noch fehlende, effektive Speichermöglichkeiten für erneuerbare Energien einen Blackout provozieren könnten.

Und wie immer ist es so, dass ein Unglück selten alleine kommt…:

»Germany restricted the length of vessels on parts of the Main-Danube canal due to ice, while Romanian Energy Minister Toma Petcu warned last week that the country’s two major coal producers have reserves that would last only four days if consumption remains at peak levels.«

 

Diese klitzekleine Kältewelle produzierte also schon solche Probleme? – Na, dann bin ich ja auf den kommenden Winter gespannt.

 

 

 

 

 

 

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Vernetzung

Im Jahre 1800 wäre ich wahrscheinlich Sattler und Flickschuster gewesen. Ich hätte die Schuhe meiner Nachbarn geflickt und gelegentlich ein paar neue Schuhe angefertigt. Auch die Anfertigung und Reparatur von Zaumzeug und Ochsengeschirr wäre meine Tätigkeit gewesen. Alles was ich dazu an Werkzeug gebraucht hätte, hätte mir der Dorfschmied angefertigt. Manches hätte ich auch selbst gebaut oder mir vom Schreiner hobeln lassen. Die Rohstoffe wären 5 Kilometer weiter aus dem nächsten Dorf gekommen, aus der Gerberei, die wiederum ihre Rohstoffe wie Gerberlohe und Tierhäute aus der nächsten Nachbarschaft bezogen hätte. Meine Nahrungsmittel hätte ich von den Landwirten bekommen, für die ich das Zaumzeug und die Schuhe geflickt hätte. Mein Essen wäre von dem Acker gekommen, den die Ochsen pflügen, die mein Zaumzeug tragen und den Pflug vom Dorfschmied ziehen. Irgendwann wären diese Ochsen geschlachtet worden und wären auf dem Teller gelandet, und ihre Häute wären zu Schuhen oder Zaumzeug verarbeitet worden. Aus den Knochen hätte man Leim gekocht für den Buchbinder und den Schreiner. Alles war in einem Kreislauf aus Wiederverwertung und hoher Regionalität gestaltet.

Die damalige Vernetzung war robust und einigermaßen krisensicher. Nicht immer, aber zum Überleben reichte es meistens. Man einigte sich in Krisenzeiten auf Kredite per Handschlag. Oder kehrte einfach zur Tauschwirtschaft zurück. Bei dem damaligen Stand der Komplexität war das kein Problem.

 

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