Übersicht Vulkanausbrüche in Minimumphasen

In allen solaren Minimumphasen kam es nicht nur zu einer sonnenbedingten Klimaabkühlung. Alle diese Phasen gingen auch einher mit erhöhter vulkanischer Aktivität. Dies hat offensichtlich einen direkten Zusammenhang, genauso wie die erhöhte Erdbebengefahr. Die Mechanismen für diesen Effekt sind noch nicht genau erforscht, es gibt auch Stimmen, die diese Verbindung nicht sehen. Momentan liegen vermutlich zu wenige Daten vor, um das zu verifizieren. Allerdings fallen einige sehr große Vulkaneruptionen in die solaren Minimumzeiten, was allerdings auch daran liegen könnte, dass diese Minimumzeiten deshalb so stark ausfielen, weil es starke Vulkanausbrüche gab (und nicht umgekehrt).

Allerdings sollte auch beachtet werden, dass einige große Vulkane einer periodischen Aktivität unterliegen, was die Ausbrüche anbelangt. Vielleicht fallen hier einige Faktoren einfach zusammen.

Die Minimumzeiten liegen ca. 206 Jahre auseinander, wobei der Beginn und Ende einer solchen Zeit nicht exakt angegeben werden können. John L. Casey berechnete den Zyklus der großen Minima auf ca. 206 Jahre. Dies deckt sich mit den Erfahrungswerten, und demnach steht uns um die Jahre 2025-2030 wieder ein größeres Minimum bevor. Wir sind daher beim Eintritt in das neue solare Minimum, auch heute schon!

 

Hier nun eine Liste der Vulkanausbrüche in den Minimumzeiten.

Die wichtigsten Daten werden nur stichwortartig aufgezählt. Am besten lest ihr die Wikipedia-Artikel einfach durch, und denkt euch aus, was solche Eruptionen mit unserer globalen, vernetzten und von High-Tech abhängigen Welt anrichten könnten. Die direkten Folgen der Ausbrüche verschärfen sich aufgrund der dichten Besiedelung – im Vergleich zu früheren Jahrhunderten – zusätzlich.

 

 

Um 200
gab es auch den Beginn einer Kaltzeit, die zum Niedergang des römischen Reiches führte.
Zu dieser Zeit gab es noch keine Beobachtungen der Sonnenfleckenaktivität. Es ist aber stark anzunehmen, dass es sich damals ebenfalls um eine solare Minimumzeit handelte.

Ausbruch des Taupo auf Neuseeland.
»Der Ascheregen bedeckte ganz Neuseeland mit einem mindestens 1 cm dicken Teppich.«
»weltweit gewalttätigste Vulkanausbruch der letzten 5000 Jahre«
In diesem Gebiet leben heute rund 200000 Menschen.

 

Wetteranomalie von 535/536

Ob die Anomalie durch ein solares Minimum ausgelöst wurde oder nur durch Vulkanausbrüche ist derzeit nicht klar. Das Oort-Minimum liegt ca. 450 Jahre in der Zukunft, die Kaltzeit von 820 folgt rund 280 Jahre später. Diese Daten sind mit Vorsicht zu betrachten, eindeutige Belege fehlen.

Tavuvur (als Auslöser umstritten)

Ilopango (umstritten)

Krakatau (umstritten)

Als Folge ggf. wieder eine Seuche: Justinianische Pest

 

Unbekannte Kaltzeit um 820

Ob die Anomalie durch ein solares Minimum ausgelöst wurde oder nur durch Vulkanausbrüche ist derzeit nicht klar. Zeitlich würde das Oort-Minimum um 1000 folgen, was einem ungefähren 200 Jahre-Zyklus entsprechen könnte.

Katla 822

 

Oort-Minimum

Eventuell kann man den

Ausbruch des Merapi 1006

dem Oort-Minimum zuschlagen – Asche bedeckte große Teile Javas. Ggf. dadurch Untergang der Zivilisation Königreich Mataram.

 

Wolfminimum

Ausbruch des Samalas 1257

Vulkanischer Winter über mehrere Jahre – Missernten und Hungersnöte fast überall auf der Welt – stürmische, kalte und strenge Wetterlagen. Extreme Winter.

Ausbruch des Öræfajökull (1362, kurz nach Ende des Wolfminimums)

»Im Anschluss an Ausbrüche im 14. Jahrhundert, die das Land veröden ließen und besonders die Gemeinde Litlahérað fast auslöschten, wurde er in Öræfajökull (Einödegletscher) umbenannt.«
»Im August 2011 wurden am Öræfajökull zum dritten Mal innerhalb der letzten 20 Jahre ungewöhnlich hohe seismische Aktivitäten gemessen.«

Ätna, 1250, 1284, 1329

 

Spörerminimum

Ätna 1408, 1444, 1536, 1537, 1566

Kuwae, 1452
Gelbes Meer bis 20 km von der Küste zugefroren. 10000 Kältetote in China. Extremwinter und Missernten weltweit.

Monte Nuovo (Phlegräische Felder) 1538

 

Maunderminimum

Asama, 1598

Huaynaputina 1600 (Hungersnöte, Missernte, politische Folgen)

Banda Api, 1615

Ausbruch des Mayon, 1616

Vesuv, 1631 (18 000 Tote)

Ätna,  1607, 1610, 1614–1624, 1634–1638, 1646–1647 und 1651–1653

Komagatake, 1640 Tote durch Tsunami

 

Daltonminimum

Ggf. Laki, 1783

Asama, 1783, eher lokale Probleme: 300’000 Hungertote

Unzen, 1792

Mayon 1814

Tambora 1815 (Jahr ohne Sommer, 1816)

Merapi 1822

Gulangung 1822

 

 


Siehe auch:

Über den Zusammenhang von Vulkanausbrüchen und Sonne siehe hier:

Explosive volcanic eruptions triggered by cosmic rays: Volcano as a bubble chamber

»Nine of the 11 events occurred during inactive phases of solar magnetic activity (solar minimum), which is well indexed by the group sunspot number.«

http://www.vukcevic.talktalk.net/gms.htm

Zusammenhang zwischen Vulkanen und Sonnenaktivität:

https://www.youtube.com/watch?v=br5X3BCNHuA

Vulkane stürzen die Welt in kleine Eiszeiten – es kann sich jederzeit wiederholen:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimaforschung-vulkanausbrueche-stuerzten-erde-in-kleine-eiszeit-a-812399.html

Sorgte ein Vulkan und ein Solares Miniumum für den Untergang des Römischen Reiches?

https://www.welt.de/print/wams/wissen/article144181481/Was-ein-Vulkan-mit-der-Pest-im-Roemischen-Reich-zu-tun-hat.html

Lest diesen Artikel und macht euch einen Reim auf die Sache. Oder tut es als bloßen Zufall ab. Das könnt ihr auch machen. Aber nur weil man die Augen zukneift, verschwinden die Monster nicht, die vor einem stehen.

Während den ägyptischen zehn Plagen kam es auch zu schweren Vulkanausbrüchen:
»Eine weitere mögliche Ursache, die alle Plagen umfasst, ist der Ausbruch des Vulkans Thera auf der Insel Santorin zu einer ähnlichen Zeit. Damals wurde eine Wolke mit Bims und anderem Auswurfmaterial im östlichen Mittelmeerraum verteilt.« (Wikipedia)

Forscher entdecken weltgrößtes Vulkanfeld unter der Arktis:

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-21777-2017-08-16.html

Das antike Ägypten zerfiel durch klimatische Veränderungen – durch Vulkanismus:

http://www.independent.co.uk/news/science/ancient-egypt-volcanoes-climate-change-riots-unrest-nature-communications-study-a8005211.html


Diesen Beitrag teilen:

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*