New-Madrid-Erdbeben von 1811

Uns Europäern ist wahrscheinlich die San-Andreas-Verwerfung in Kalifornien eher bekannt, als die New-Madrid-Erbebenzone.

Am 16. Dezember 1811, dem 23. Januar 1812 und dem 7. Februar 1812 ereigneten sich drei Erdbeben mit der Magnitude 7 in der Nähe der Stadt New Madrid. Interessant ist das deshalb für diesen Blog, weil dieses Erdbeben offensichtlich periodisch in den solaren Minimumzeiten auftritt:

  • das letzte schwere Erdbeben 1811 fiel direkt in das Daltonminimum
  • am 25.12.1699 bebte die Erde ebenfalls (Maunderminimum).
  • ein grosses Beben fand um das Jahr 1450  statt (Spörerminimum)

Forscher rechnen damit, dass in dieser Erdbebenzone bis 2050 ein Erdbeben mit der Magnitude 8 stattfinden wird. Und damit werden sie wahrscheinlich recht behalten, weil wir ebenfalls in Kürze in ein neues großes solares Minimum eintreten.

Das Beben von 1811 richtete schwere Verwüstungen an, insbesondere die Änderung des Mississippi-Laufes wird heute als größte Gefahr angesehen.

Ein Augenzeugenbericht von 1811 beschreibt die Geschehnisse folgendermaßen:

 

 

„Am 16. Dezember 1811 um zwei Uhr wurden wir von einem heftigem Rütteln eines Erdbebens geweckt. Begleitet von einem schrecklich lauten Geräusch, ähnlich einem entfernten Donner, nur rauer und mehr vibrierend. Nach einigen Minuten folgte eine totale Sättigung der Atmosphäre mit einem sulfatgefüllten Dampf, deshalb entstand eine vollständige Finsternis. Alle Leute schrien und rannen umher, ohne zu wissen, wohin oder was zu tun ist. Zu hören war auch noch das Knacken der umfallenden Bäume und das Brüllen des Mississippis, welcher für kurze Zeit sogar rückwärts lief. Dies alles bildete eine wirklich schreckliche Szene. So gab es im weiteren Verlauf des Morgens noch einige kleinere Erdbeben, und als die Sonne aufstieg, nochmal ein größeres, vielleicht noch stärkeres, als das Erste. In einem speziellen Fall hatte eine Frau solche Panik, dass sie in Ohnmacht fiel und nicht mehr aufwachte. Danach gab es immer wieder Erdbeben, aber sie waren einiges schwächer. Bis am 23. Januar wieder ein ähnlich starkes Erdbeben, wie es bei dem ersten der Fall war, geschah. Von da an, bis zum 4. Februar, war die Erde in ständiger Bewegung. So sah es aus, als ob der Boden wie eine ruhige See langsam wellte. Am 7. Februar ereignete sich eine weitere schwere Erschütterung, welche viel stärker als die vorhergehenden war. Das laute Donnern und die Dunkelheit, welche das Erdbeben begleiteten, ergaben ein Bild, welches zu beschreiben eine kaum vorstellbare Phantasie benötigt. So wich das Wasser des Mississippis von den Ufern wie ein großer Berg zurück und ließ die Boote für kurze Zeit auf bloßem Sand stehen. Dann wuchsen die Wassermassen bis zu 5 Meter an und breiteten sich aus, und zur gleichen Zeit überfluteten sie, so schnell wie ein Sturm, die Ufer. Die Boote, welche zuvor auf dem Sand zurückgelassen wurden, waren nun von den Befestigungen weggerissen und trieben in einem Nebenfluss davon, wo sie bis zu eine Meile weiter geschwemmt wurden. Viele große Fische wurden an die Sandbänke gespült, nicht imstande, der Geschwindigkeit des Wassers zu folgen. Der Fluss war nun verschmutzt, unter anderem mit zerstörten Booten. Die Erde wurde an vielen Teilen auseinandergerissen, und oft gab es tiefe Spalten. Der Standort des Dorfes verschob sich um mindestens 4 Meter. Weiter unten war keine Veränderung des Flusslaufes bemerkbar, jedoch bildeten sich flussaufwärts viele kleine Teiche und Seen. Die meisten trockneten schon nach kurzer Zeit aus. Viele dieser Seen verursachten eine Uferverschiebung des Flusses um 3, 4 oder sogar 6 Meter. Kürzlich wurde sogar ein See im indianischen Land entdeckt, welcher hundert Meilen lang und an manchen Stellen 50 Meter tief ist …“ (Quelle)

(Hier geht’s zur englischen Langversion des Augenzeugenberichtes.)

 

Heute ist die Gegend selbstverständlich wesentlich dichter besiedelt als vor 200 Jahren. Wenn die Theorie stimmt, dass es in solaren Minimumzeiten zu häufigen, schweren Erdbeben kommt, so sollten wir auf diese Zone ganz besonders achten.

»Due to the harder, colder, drier and less fractured nature of the rocks in the earth’s crust in the central United States, earthquakes in this region shake and damage an area approximately 20 times larger than earthquakes in California and most other active seismic areas.« 

A 1990 Federal Emergency Management Agency (FEMA) report estimates damage and injuries in St. Louis from a 7.6 magnitude NMSZ earthquake to be $2.8 billion, 260 deaths and 1,060 serious injuries. (Quelle)

Die letzten Schadensschätzungen sind also schon gute 30 Jahre alt, vermutlich können wir heute von einer erheblich höheren Schadensbilanz ausgehen. Zudem bezieht sich diese Schätzung offensichtlich nur auf St. Louis.

Eine andere Quelle nennt folgende Schadenssummen:

»Another study by the Mid-America Earthquake Center last year estimates that nearly 750,000 buildings would be damaged, 3,000 bridges would potentially collapse, 400,000 breaks and leaks to local pipelines and $300 billion in direct damage and $600 billion in indirect losses would occur.« (Quelle)

Außerdem gibt es noch mindestens 3 Atomkraftwerke rund um die New-Madrid-Zone…

Interessant ist auch die Studie bezüglich der atomaren Abklingbecken in den USA:

»Radioactivity from such a fire could force approximately 8 million people to relocate and result in $2 trillion in damages.«

 

http://dnr.mo.gov/geology/geosrv/geores/techbulletin1.htm

https://earthquake.usgs.gov/learn/topics/nmsz/1811-1812.php

https://de.wikipedia.org/wiki/New-Madrid-Erdbeben_von_1811

Diesen Beitrag teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*