Das deflationäre Szenario des Ölpreises

Komplexe Sachverhalte erfordern komplexe Lösungen und Betrachtungsweisen. Klimatische Gegebenheiten auf der Erde sind sowohl mit der finanziellen Situation, wie auch mit der energetischen Seite eng verwoben. Es sind sich gegenseitig beeinflussende Systeme die nicht isoliert betrachtet werden können. Im Rahmen dieses Blogs können wir jedoch nur Einzelaspekte herausgreifen und auch nur sehr vereinfacht darstellen, um uns dem Gesamtbild und möglichen zukünftigen Entwicklungen anzunähern.

Wir erwähnten bereits das Peak-Oil-Szenario mit dem Hinweis auf das sog. Etp-Modell der Hills-Group.

Die Hills-Group geht bei ihrem Szenario von einem ständig sinkenden Ölpreis aus, im Gegensatz zur herkömmlich vertretenen Meinung bezüglich des immer knapper werdenden leicht erntbaren Öls (nach deren Auffassung müsste der Ölpreis stark ansteigen).

Ich hatte dieses Szenario auch in dem letzten Beitrag kurz angerissen: man kann diese Wirtschaft nicht in eine Planwirtschaft umwandeln oder anfangen den Ölverbrauch drastisch zu drosseln – dies würde dem Finanzsystem (der Wirtschaft) sofort den Todesstoß versetzen. Es handelt sich bei der Bildung des Ölpreises um ein sich gegenseitig beeinflussendes System von Angebot, Nachfrage, Subventionen, politischen Entscheidungen, externen Faktoren wie Krisen und Kriegen, usw.

Ein zu hoher Ölpreis würde das Wirtschaftswachstum abwürgen und auf anderen Gebieten für Krisen sorgen (Kreditausfälle etc.). Ein zu niedriger Ölpreis trägt nicht mehr zum wirtschaftlichen Wachstum bei. Der Rohölpreis kann deshalb nicht beliebig steigen oder fallen. Außerhalb eines gewissen Rahmens würde er erheblichen Schaden in der Wirtschaft anrichten.

Ein praktisch brauchbares Modell der zukünftigen Preisentwicklung schlägt das Modell der Hills Group vor, das wir leicht auf seine Tauglichkeit überprüfen können:

 

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Mit Vollgas gegen die Wand

Immer wieder liest man oder hört man von selbsternannten Weltrettern, ‚dass man per Regierung durchsetzen müsse, dass die Industrie nur noch sinnvolle Sachen mit Erdöl produzieren dürfe‘ oder ‚die Menschheit sich endlich beschränken solle, damit nachfolgende Generationen auch noch genügend fossile Energieträger haben‘.

Das hieße, man sollte ausschließlich Sachen herstellen, die einen praktischen Nutzen für die Menschheit haben, und weniger dem Zeitvertreib dienen.

Diese Annahme mag auf den ersten Blick als sinnvoll erscheinen, und ich möchte diesen Menschen eine durchaus ehrenvolle Absicht unterstellen, insbesondere wenn wir auf ein Peak-Oil-Szenario zusteuern.

Dennoch ist diese Annahme, dass so etwas in unserem Wirtschaftssystem möglich wäre, falsch.

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Der Katastrophenwinter 1978/79

Passend zu „unserem“ Thema möchte ich hier auf den Katastrophenwinter von 1978/79 verweisen.

Falls wir solch eine Wetterlage (oder schlimmer) bekommen, so stellt euch bitte auf Versorgungsengpässe und Stromausfälle ein. Vor 40 Jahren war die Gesellschaft noch weit krisensicherer aufgestellt: die Bevölkerung hatte noch Erfahrungen damit. Ich möchte bezweifeln, dass die Bundeswehr, die NVA oder das THW heute noch über die nötige Praxis im Umgang mit Katastrophenlagen bezüglich Eis und Schnee hat.

Zudem ist heute die Energieversorgung wesentlich wackliger, was ein solches Extremwetter anbelangt. Wir hatten hier schon darauf verwiesen.

Die kommenden extrem kalten und schneereichen Winter werden uns den Weg in die kommende Eiszeit weisen.

Macht diese Vorbereitungen auf einen Extremwinter JETZT, und zwar heute, falls ihr sie nicht schon gemacht habt.

Dokumentation Extremwinter 1978/79:

Schneekatastrophe 1978/79

 

 

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Klima macht Geschichte

Das ZDF hat in der Reihe Terra X eine zweiteilige Dokumentation mit dem Titel »Klima macht Geschichte«. Seht euch das mal mit dem Hintergrund auf das kommende große solare Minimum an. Die politisierenden Aussagen in der letzten Minute von Teil 2 kann man natürlich wieder komplett in die Tonne treten: typisches »global warming«-Gefasel eben, wie man es von den ÖR kennt.

(Eigentlich seltsam: wird in der Doku doch explizit immer wieder auf den natürlichen Kreislauf des Klimas hingewiesen, und oft betont, dass es gerade die klimatischen Warmphasen waren, die besonders positiv waren… fragt man sich immer, wer solche Skripte für die Sendungen eigentlich anfertigt.)

Aber die Doku ist trotzdem sehr anschaulich und sehenswert:

https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/klima-macht-geschichte-vom-neandertaler-bis-zum-alten-rom-100.html

https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/klima-macht-geschichte-2-108.html

 

Neue Finanzkrise durch Unwetterschäden?

Wie ich bereits im Artikel »Katastrophen sind Wertevernichter« zusammenfasste, sollte man nicht dem Irrglauben unterliegen, dass Groß-Schadensereignisse zu einem Wirtschaftsboom führen. Heute taumelt die Welt bereits an einem Schuldenabgrund, und wartet nur auf einen finalen Stoß. Jede Erschütterung in diesem zerbrechlichen System ist eine zuviel.

Wir sehen bereits erste Meldungen, dass es zu massiven Kreditausfällen durch die letzten drei Hurrikane in den USA kommen könnte. Viele der dort zerstörten Häuser und Güter (wie Autos, Fernseher, Haushaltsgeräte) sind vollfinanziert mit Krediten.

Die meisten Betroffenen dürften auch keine Versicherung besitzen, die diese Schäden zumindest zum Teil regulieren könnte.

Die Kreditausfälle in Milliardenhöhe als Folgen der Hurrikane Irma und Harvey sind eigentlich nur eine Frage der Zeit:

http://www.zerohedge.com/news/2017-09-18/700-billion-unpaid-mortgage-balances-hurricane-harvey-and-irma-disaster-areas

 

In Puerto Rico sind 500’000 Häuser kreditfinanziert, 10% davon fallen nach ersten Schätzungen als Schuldner aus:

https://www.wsj.com/articles/hurricane-maria-exposes-a-common-problem-for-puerto-rico-homeowners-no-insurance-1505940660

 

Was wir in Zukunft sehen werden, ist der Wettlauf zwischen einer umfassenden Weltwirtschaftskrise und einem klimatischen Rückschlag in Richtung globaler Abkühlung. Da ein Unglück selten alleine kommt, können wir fast schon damit rechnen, dass alles wieder einmal als explosives Gemisch zur fast gleichen Zeit aufeinander treffen wird.

Im Mai dieses Jahres meldete Puerto Rico übrigens wegen etwa 100 Milliarden Dollar Schulden Insolvenz an. Nur, falls ihr das zwischenzeitlich vergessen hattet:

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Puerto-Rico-meldet-Insolvenz-an-article19823093.html

 

 

 

 

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Kooperation in Krisenzeiten

Wie man im aktuellen Fall des Erdbebens von Mexico-City sieht, entstehen nach einer Katastrophe nicht sofort Gewaltasubrüche, Plünderungen und Chaos. Die Bevölkerung hilft beim Räumen von Schuttbergen, versorgt die Helfer mit Essens- und Wasserspenden und man unterstützt die Behörden soweit man kann. Was natürlich auch damit zusammenhängen dürfte, dass man als Bürger selbst betroffen ist, und man so das Leid der anderen besser nachvollziehen kann.

All dies funktioniert aber nur solange, wenn es sich nur um lokale Ereignisse handelt, die den überwiegenden Teil des restlichen Versorgungssystems nicht beeinflussen. Solange genügend Energie fließt, Geld vorhanden ist, menschliche und technische Ressourcen für den Aufbau mobilisiert werden können, wird man helfen. Das ist der oft beschworene Zusammenhalt, und der »Beweis« für das Gute im Mensch.

Wir können dies auch bei den aktuellen Hurrikan-Schäden erkennen: solange Hoffnung besteht, dass es einen Wiederaufbau gibt, finanzielle Hilfen fließen und alles danach so weiter gehen wird wie bisher, wird man keine größeren gesellschaftlichen Probleme oder einen Rückfall in »Warlord«-Szenarien sehen. Man hilft sich gegenseitig, bis von außen Hilfe eintrifft und die Dinge nach einem Jahr wieder ihren gewohnten Gang gehen.

Kritisch wird es erst dann, wenn systemische Probleme großflächig zuschlagen:

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Fahrplan 2100: die kleine Eiszeit 2030 und ihre Folgen – ein Szenario

Dass es zu einem großen solaren Minimum in den nächsten Jahren kommt, ist kein Geheimnis unter Wissenschaftlern:

»The model forecasts that a pronounced grand solar minimum will persist from the start of
cycle 25 in 2018 out to 2060.« (Quelle)

Dieses Szenario wird allerdings in der Wissenschaft weit unterschätzt, so weit ich das bisher sehen konnte. Auch die Politiker wissen wieder von nichts, und gehen dem Tagesgeschäft nach und streiten sich um Kleinigkeiten. Das Übliche eben.

Wir sollten diese Entwicklung bereits dieses Jahr mit dem Wetter verspürt haben (Ernteausfall, kühler und nasser Sommer, kalter Herbst). Die Zeitschiene des Hauptgeschehens betrifft die nächsten 10-15 Jahre. Als verstärkender Faktor werden insbesondere Vulkanausbrüche hinzutreten. Dies ist der große unbekannte Faktor, den niemand voraussehen kann. Aber wir können historische Parallelen ziehen, und sollten uns nicht in Sicherheit wiegen. Erdbeben und Vulkanismus hängen eng mit dem Geschehen auf der Sonne zusammen, das ist kein Geheimnis. Hier habt ihr z.B. ein interessantes PDF:

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Sonnenfleckenaktivität und Erdbeben-/Vulkantätigkeit?

In den kommenden Jahren könnte sich folgendes Szenario entwickeln, lassen wir den Gedanken mal bis 2100 freien Raum:

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Naturkatastrophen sind Wertevernichter

Naturkatastrophen, Kriege und sonstige Schadensereignisse gelten gerne als Wachstumsmotor für die Wirtschaft. Schließlich muss zerstörtes Eigentum ersetzt werden: Häuser sind kaputt, die Waschmaschine abgesoffen und das Auto – von herabfallenden Ziegelsteinen demoliert – ist ein Totalschaden und muss neu gekauft werden. So die Argumentation von studierten Wirtschaftsprofessoren und ihren Jüngern.

Nach dem Hagelschlag – für frühere Generationen bedeuteten Naturkatastrophen Hunger und Verzweiflung.

Diese Sicht auf die Dinge mag gelten, in einem System, in dem der strukturelle Aufbau relativ zügig wieder erfolgen kann. Dies funktioniert aber nur in einem kreditbasierten Finanzsystem und mit einer großen Menge an Energieüberschuss aus fossilen Energieträgern (beides bedingt sich). Für einen Menschen um 1850 hätte die Zerstörung seines armseligen Besitztumes und seines Hauses den finanziellen Ruin oder gar den Hungertod bedeutet. Für ihn wäre es unvorstellbar gewesen, innerhalb von acht Wochen nach dem Unglück eine neue Unterkunft mit Heizung und Einbauküche beziehen zu können, und Essensmarken zu erhalten. Das ist einer der Vorteile dieses heutigen Systems. Aber gleichzeitig wird es auch seinen Niedergang beschleunigen. Es gibt eben nichts umsonst auf diesem Planeten – heutiger Komfort wird mit dem Hunger von morgen erkauft.1

Kurzfristig fachen Naturkatastrophen tatsächlich die Wirtschaft an. Aber auf lange Sicht gesehen sind solche Ereignisse keineswegs als positiv zu bewerten:

 

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It’s the energy, stupid!

Wenn – besonders im Schulunterricht – von Aufbau, Erhalt und Zerfall von Gesellschaften oder Zivilisationen die Rede ist, so führt man eigentlich nur innenpolitische Dinge auf: Kaiser XY regierte von dann bis dann, Cäsar XX führte Krieg gegen YY, die Hunnen überrannten Europa, es gab einen Krieg mit dieser und jener Nation, was jene Folgen hatte usw. Keine Ahnung, ob euch deswegen auch so eine Langeweile in der Schule plagte wie mich.

Diese Aneinanderreihung von Fakten ist eigentlich sinnlos. Sie verschweigt Zusammenhänge und bildet kein stimmiges Bild. Einzelereignisse werden herausgestellt und überhöht als Schlüsselereignisse betrachtet. Dennoch waren dies alles Wirkungen und Reaktionen auf andere Einflüsse, und die Ereignisse wiederum Ursachen für andere Ereignisse. Solch ein Geschichtsunterricht ist eigentlich sinnlos, und er müsste bei Grundlagen über die menschlichen Verhaltensweisen beginnen. Man müsste ein Psychologiestudium, ein Biologiestudium und Grundkenntnisse von klimatischen Ereignissen vor den Geschichtsunterricht setzen.

Eigentlich wollte ich auf etwas anderes hinaus – auf den Energiebedarf von Zivilisationen als Schlüsselfaktor:

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Die Energieversorger sind nicht auf kaltes Wetter vorbereitet

Dass es bei einem sehr kalten Winter zu erheblichen Problemen bei der Stromversorgung kommen dürfte, hatten wir bereits öfters erwähnt.

Interessanterweise wurden die europäischen Energieversorger bereits zu Beginn des Jahres 2017 von einer solchen Kältewelle erwischt, welche das Stromnetz bis kurz vor den Kollaps brachte.

Hier ist ein Bericht über den diesjährigen Winter, den ich allerdings in meiner Erinnerung nicht als besonders streng bezeichnen würde:

https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-01-16/european-power-prices-jump-as-extreme-cold-grips-paris-to-berlin

 

Wird man eines Tages sagen, dass das große solare Minimum bereits im Jahre 2017 zu bemerken war? In den kommenden Jahren werden wir wahrscheinlich noch viel strengere Winter erleben. Also ich finde, dass es momentan so kalt ist, wie sonst im Oktober. Auf den Dörfern sind schon überall die Rauchfähnchen über den Kaminen zu sehen… (es scheint an vielen Orten so unüblich kalt zu sein, was ihr sicher auch mitbekommen habt, wenn ihr den Twitter-Nachrichten gefolgt seid.)

Das Problem bei der Sache ist, dass alle nur noch von einer Klimaerwärmung mit milden Wintern in Europa reden, und man 30 Jahre lang nur noch vergleichsweise milde Winter in Erinnerung hat. Diese ständige Falschinformation liefert ein klimatisches Zerrbild, und das könnte bald seine fatalen Auswirkungen zeigen. Einmal in der Hinsicht, dass der gestiegene Strombedarf nicht schnell genug bereitgestellt werden kann, andererseits immer noch fehlende, effektive Speichermöglichkeiten für erneuerbare Energien einen Blackout provozieren könnten.

Und wie immer ist es so, dass ein Unglück selten alleine kommt…:

»Germany restricted the length of vessels on parts of the Main-Danube canal due to ice, while Romanian Energy Minister Toma Petcu warned last week that the country’s two major coal producers have reserves that would last only four days if consumption remains at peak levels.«

 

Diese klitzekleine Kältewelle produzierte also schon solche Probleme? – Na, dann bin ich ja auf den kommenden Winter gespannt.

 

 

 

 

 

 

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